Modellprojekt Virtuelles Lernen in Berufsschulen (ViLBe)
Die rasanten Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in einer globalisierten und durch weltweite elektronische Vernetzung gekennzeichneten Welt haben starke Auswirkungen auf die Berufs- und Arbeitswelt. Damit verbunden sind steigende und sich verändernde Anforderungen an die Erwerbstätigen. Das im Rahmen der schulischen und beruflichen Ausbildung erworbene Wissen reicht heute für die Dauer eines Berufslebens nicht mehr aus. Lebenslanges Lernen wird zur notwendigen Herausforderung beruflichen Erfolgs. Methodenkompetenz, Medienkompetenz und Selbstlernkompetenz sind neben anderen Kompetenzen zentrale Schlüssel-qualifikationen der von elektronischen Medien geprägten Arbeitswelt und Wissensgesellschaft.
Zukunftsfähige Berufsschulen müssen Schülerinnen und Schüler bereits heute dazu befähigen, sich Wissen selbst organisiert und selbst gesteuert anzueignen. Virtuelle Lernformen können diese Prozesse wesentlich unterstützen und eröffnen zusätzlich neue Möglichkeiten der Gestaltung und Organisation von Unterricht.
Vor diesem Hintergrund initiiert das Hessische Kultusministerium (HKM) und das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) in Kooperation mit der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) das Modellprojekt "Virtuelles Lernen in Berufsschulen" (ViLBe). Im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens erhalten alle beruflichen Schulen in Hessen die Möglichkeit, sich als Pilotschule zur Teilnahme an diesem Projekt zu bewerben. In einem sich anschließenden Auswahlverfahren werden fünf Pilotschulen für die exemplarische Umsetzung des Projektes ausgewählt.
Zielsetzung
Die Schülerinnen und Schüler im Bereich der Berufsschule sollen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien erwerben, um den veränderten Anforderungen der Arbeitswelt nachhaltig gerecht zu werden. Der Unterricht mit digitalen Medien soll durch Lehr- und Lernarrangements geprägt sein, die neue Formen der Unterrichts-organisation und neue Unterrichtsmethoden beinhalten. Sie sollen selbst organisiertes Lernen der Schülerinnen und Schüler sowie individuelle Förderung weitgehend ermöglichen und so ein wichtiges Fundament für das Lebensbegleitende Lernen schaffen.
So erlauben neue Unterrichtskonzepte und der verstärkte Einsatz digitaler Medien neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Lernorten Schule und Betrieb. Die bereits bestehenden Lernortkooperationen sind in diesem Sinne fortzuentwickeln und zu erproben.
Zur nachhaltigen Umsetzung und Implementierung der Projektziele wird die Entwicklung transferfähiger Konzepte erwartet, die die Übertragung der Ergebnisse und Erfahrungen auf andere Berufe und Berufsfelder ermöglichen.
Die ausgewählten Pilotschulen fungieren in ihrer Region als Multiplikatoren, sie sind Ansprechpartner und Berater im Sinne des Modellprojekts und kooperieren mit den Ausbildungsbetrieben und anderen beruflichen Schulen. Sie erklären sich bereit, ihre Erfahrungen und Ergebnisse mit anderen Schulen auszutauschen, zu dokumentieren und zu veröffentlichen.
Projektstruktur
Projektauftraggeber von ViLBe sind das Hessische Kultusministerium und das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung in enger Kooperation mit der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) e.V.
Die Projektleitung liegt beim Referatsleiter Berufsschule des Hessischen Kultusministeriums.
Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes erfolgt durch das Hochschulzentrum für Weiterbildung der Fachhochschule Gießen-Friedberg unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Ulrich Vossebein.
Die Projektkoordination soll das Bildungswerk der hessischen Wirtschaft (BWHW) übernehmen.
Das Projekt wird durch einen Projektbeirat unterstützt, der sich aus Vertretern von Wirtschaft, Verwaltung und beruflicher Bildung Politik zusammensetzt.
Projektlaufzeit
Das Modellprojekt startet zum 01.Februar 2009 und läuft über eine Dauer von 4 Jahren.
Bewerbung und Auswahl
Bis zur Bewerbungsfrist am 1. Dezember 2008 nutzten 29 berufliche Schulen die Chance, sich mit einem pädagogischen Konzept für die Teilnahme als ViLBe-Pilotschule zu bewerben. Die Auswahl der Pilotschulen erfolgte durch Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner (Hessisches Kultusministerium, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, VhU - Vereinigung der hessischen Unternehmer e. V., Bildungswerk der hessischen Wirtschaft, FH Giessen-Friedberg). Bei der Auswahl der Pilotschulen wurden folgende Kriterien berücksichtigt:
- Qualität des eingereichten Konzepts
- Gleichmäßige Verteilung der Schulen in Hessen (Nord, Mittel, Süd)
- Einbindung verschiedener Ausbildungsberufe
- Einbindung von Schulen mit unterschiedlicher Struktur (Stadt/Land)
- Lernortkooperationen (Ausbildungsbetriebe, Schulen)
- IT-Ausstattung und Raumkonzeption
- Erfahrung mit dem Einsatz virtueller Lehr- und Lernformen
- Unterstützung des Schulträgers
Nach eingehender Prüfung der Konzepte wurden folgende berufliche Schulen als ViLBe-Pilotschulen bzw. Pilotschulverbünde ausgewählt:
- Region Nord:
Oskar-von-Miller-Schule, Kassel (gemeinsam mit der Herwig-Blankertz-Schule, Hofgeismar/Wolfhagen) - Region West:
Berufliche Schulen Biedenkopf - Region Ost:
Vogelsbergschule, Lauterbach (gemeinsam mit der Max-Eyth-Schule, Alsfeld) - Region Mitte:
Konrad-Adenauer-Schule, Kriftel - Region Süd:
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, Darmstadt (gemeinsam mit der Friedrich-List-Schule, der Martin-Behaim-Schule aus Darmstadt und der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg)
Die ausgewählten Pilotschulen fungieren in ihrer Region als Ansprechpartner und Berater für andere berufliche Schulen mit E-Learning-/Blended-Learning-Konzepten.
Studienseminar für berufliche Schulen in Darmstadt: Neben den ausgewählten Pilotschulen nimmt das Amt für Lehrerbildung (AfL) in Frankfurt in Verbindung mit dem Studienseminar für berufliche Schulen in Darmstadt an dem Modellprojekt teil.
Schulen, die nicht als Pilotschule ausgewählt werden, können unter eigenverantwortlicher Sicherstellung der Ressourcen an dem Projekt teilnehmen. Regionale Bildungsnetzwerke eröffnen hierbei Wege der konzeptionellen Mitgestaltung und Erprobung einzelner Projekte, sie gewährleisten den Informationsfluss zwischen den beteiligten Schulen und fördern hierdurch nachhaltig die Umsetzung der Ergebnisse des Modellprojekts in der Fläche.
Ansprechpartner
Für Rückfragen und weitergehende Informationen stehen die Staatlichen Schulämter und das Hessische Kultusministerium, Referat III.1, Herr Müller, zur Verfügung.
Veranstaltungen
Informationsveranstaltung ViLBe "Virtuelles Lernen in Berufsschulen" am 01. Oktober 2008 im Saalbau Titus Forum Walter-Möller-Platz 2, 60439 Frankfurt am Main.
Vorträge
- Vorstudie "Virtuelle Berufsschule - Eine Bestandserfassung": Prof. Ulrich Vossebein, FH Giessen-Friedberg http://berufliche.bildung.hessen.de/vilbe/download/vorstudie_virtuelle_berufsschule_fh_friedberg.pdf
- Best Practice Beispiel Adolf-Reichwein-Schule, Limburg: Virtuelles Lernen in Berufsschulen mit dem Learn-Content-Management-System moodle (Ralf Abel, Stellvertretender Schulleiter ARS)http://berufliche.bildung.hessen.de/vilbe/download/vilbe_ars_virtuelles_lernen.pdf
- Best Practice Beispiel IBM Deutschland GmbH: Virtuelle Welten als Plattform für webbasierdendes Distance Learning - Ein Impuls (Michael Simon, Abteilungsleiter MTS Competence Center)http://berufliche.bildung.hessen.de/vilbe/download/vilbe_vortrag_ibm.pdf
- Best Practice Beispiel BBraun Melsungen AG: E-learning in der Berufsausbildung (Marion Weinreich, E-Learning Beauftragte Abteilung Berufsausbildung)http://berufliche.bildung.hessen.de/vilbe/download/vilbe_vortrag_bbraun.pdf
- Projektpräsentation "ViLBe - Virtuelles Lernen in Berufsschulen": Klaus Müller, Hessisches Kultusministerium, Abteilung Berufliche Schulen, Schulen für Erwachsene, Lebensbegleitendes Lernenhttp://berufliche.bildung.hessen.de/vilbe/download/vilbe_praesentation_hkm.pdf
Partner
- Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung » www.wirtschaft.hessen.de
- VhU - Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. » www-vhu.de
- BWHW - Bildungswerk der hessischen Wirtschaft e. V. » www.bwhw.de
- HZW (Hochschulzentrum für Weiterbildung der FH Giessen-Friedberg) - » www.hz-weiterbildung.de
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